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Totschlag Stockach

Datum: 06.02.2018

Kurzbeschreibung: Rechtskraft Urteil Totschlag Stockach

 

LANDGERICHT KONSTANZ

                         - Die Pressereferentin -

Richterin am Landgericht Dr. Poenig

Tel. 07531/280-1521

 

Schützenstraße 8, 78462 Konstanz

 

 

Pressemitteilung vom 06.02.2018:

 

„Totschlag Stockach“

 

Urteil des Schwurgerichts Konstanz ist rechtskräftig

 

Mit Beschluss vom 31.01.2018 hat der Bundesgerichtshof die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Schwurgerichts Konstanz vom 16.08.2017 im Prozess um die Tötung seiner damaligen Lebensgefährtin verworfen. Damit ist das Konstanzer Urteil rechtskräftig.

Das Schwurgericht unter Vorsitz von Arno Hornstein hatte den Angeklagten wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von 6 Jahren und 6 Monaten verurteilt.

Nach den Feststellungen des Gerichts hat der heute 42-jährige deutsche Angeklagte im Februar 2017 in seinem Haus im Raum Stockach seine damals 26-jährige Lebensgefährtin im Verlaufe eines heftigen Streites erwürgt und erstickt. Anschließend hat er die Leiche des Opfers mit seinem Pkw an den Rand eines Waldgebietes nahe Litzelstetten verbracht, in einer Mulde abgelegt und mit Pflanzenmaterial bedeckt.



Der Angeklagte hatte die Tat grundsätzlich gestanden, verneinte jedoch einen Tötungsvorsatz und erachtete den verursachten Tod als Unfallgeschehen während einer körperlichen Auseinandersetzung. In dem Prozess, der innerhalb von 8 Tagen an insgesamt 4 Verhandlungstagen durchgeführt wurde, gelangte das Schwurgericht nach der Vernehmung einer Vielzahl von Zeugen sowie eines Rechtsmediziners und eines psychiatrischen Sachverständigen jedoch zu der Überzeugung, dass der Angeklagte bei der Tötungshandlung jedenfalls mit bedingtem Vorsatz gehandelt hat, da er den Tod seiner damaligen Lebenspartnerin billigend in Kauf genommen habe.



Das Schwurgericht nahm wegen erheblich verminderter Schuldfähigkeit des Angeklagten bei Tatbegehung sowie der seit der Festnahme grundsätzlich geständigen Einlassung, der glaubhaft vermittelten Reue, dem Verlust der eigenen wirtschaftlichen Existenz sowie der Zahlung eines Schmerzensgeldes an die Hinterbliebenen des Opfers und Übernahme der Bestattungskosten einen sonstigen minder schweren Fall des Totschlags an, was zur Herabsetzung des Regelstrafrahmens von einem bis zu zehn Jahren führte.

Der 4. Strafsenat beim Bundesgerichtshof hat nunmehr durch einstimmigen Beschluss vom 31.01.2018 das Konstanzer Urteil insgesamt als frei von Rechtsfehlern befunden und vollumfassend bestätigt. Damit ist dieses Urteil rechtskräftig.

 

 

Dr. Poenig

Richterin am Landgericht

- Pressereferentin -

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